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Gewerbe & Industrie 15. Mai 2026 8 Min. Lesezeit

Onsite-PPA für Unternehmen: Solarstrom ohne Investition — wie funktioniert das wirklich?

Onsite-PPA Solaranlage auf Industriedach

Immer mehr mittelständische Unternehmen entdecken das Onsite-PPA-Modell als Alternative zum Eigenkauf einer PV-Anlage. Was steckt dahinter, für wen rechnet es sich und warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Ein praxisnaher Überblick.

Was bedeutet Onsite-PPA überhaupt?

PPA steht für Power Purchase Agreement — auf Deutsch: Stromabnahmevertrag. Das "Onsite" bedeutet, dass die Photovoltaikanlage direkt auf Ihrem Dach oder Ihrem Gelände steht. Der wesentliche Unterschied zum klassischen Kauf einer PV-Anlage: Sie investieren nichts. Wir als Betreiber finanzieren, bauen und warten die Anlage. Sie kaufen lediglich den Solarstrom, den die Anlage produziert — zu einem fixen, deutlich günstigeren Preis als Netzstrom.

Klingt einfach? Ist es im Kern auch. Aber damit das Modell wirtschaftlich funktioniert, müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein. Dazu gleich mehr.

Wie sieht ein Onsite-PPA in der Praxis aus?

Stellen Sie sich ein typisches mittelständisches Unternehmen vor: 300.000 kWh Jahresstromverbrauch, 2.000 m² Hallendach, Tagschichtbetrieb. Heute zahlt das Unternehmen 28 ct/kWh für Netzstrom — macht rund 84.000 € Stromkosten pro Jahr.

Mit einem Onsite-PPA passiert Folgendes:

  • SOMV installiert eine 200-kWp-Anlage auf dem Dach — auf eigene Kosten, vollständig finanziert.
  • Die Anlage produziert rund 190.000 kWh/Jahr. Davon werden etwa 75 % direkt im Betrieb verbraucht (Eigenverbrauch).
  • Das Unternehmen zahlt für diesen Solarstrom ca. 18 ct/kWh — also rund 10 ct/kWh weniger als für Netzstrom.
  • Konkrete Ersparnis: ~ 30.000 € pro Jahr — bei null Investitionsaufwand.

Über eine typische Vertragslaufzeit von 15 Jahren summiert sich das auf weit über 500.000 € Ersparnis — selbst ohne zukünftige Strompreissteigerungen einzurechnen.

Warum ist Solarstrom vom eigenen Dach so viel günstiger?

Drei Gründe machen den Unterschied:

1. Keine Netzentgelte

Beim Onsite-PPA fließt der Strom direkt von der PV-Anlage in Ihr Werksnetz — er nutzt das öffentliche Stromnetz nicht. Netzentgelte machen aber typischerweise 30–40 % des Netzstrompreises aus. Diese Kostenkomponente entfällt komplett.

2. Keine Stromsteuer

Nach §9 Stromsteuergesetz ist Onsite-Solarstrom von der Stromsteuer befreit. Das spart noch einmal 2,05 ct/kWh — bei 200.000 kWh Solarstrom sind das über 4.000 € pro Jahr.

3. Stabile Produktionskosten

Solarstrom hat keine Brennstoffkosten und keine Beschaffungsrisiken am Markt. Eine moderne PV-Anlage produziert über 25–30 Jahre zu praktisch konstanten Kosten. Diesen Preisvorteil geben wir an Sie als PPA-Kunde weiter.

Für wen lohnt sich ein Onsite-PPA?

Ein Onsite-PPA ist nicht für jeden Betrieb optimal. Die Faustregel: Das Modell funktioniert am besten, wenn vier Bedingungen erfüllt sind:

  • Jahresstromverbrauch über 100.000 kWh — darunter ist der klassische Eigenkauf einer PV-Anlage meist die bessere Wahl.
  • Geeignete Dachfläche ab 400–500 m² — möglichst flach oder südlich ausgerichtet, ohne starke Verschattung.
  • Stabiles, planbares Lastprofil — möglichst viel Verbrauch tagsüber, wenn die Anlage produziert.
  • Längerfristige Standortnutzung — die Vertragslaufzeit beträgt typischerweise 10–20 Jahre.

Klassische Zielgruppen sind:

  • Industrie- und Produktionsbetriebe — Hallendächer, Schichtbetrieb, hoher Tagesverbrauch
  • Logistikzentren und Lagerhallen — riesige Flachdächer, planbare Verbräuche
  • Landwirtschaftliche Betriebe — Stalldächer, Maschinenhallen, Silos
  • Supermärkte und Einkaufszentren — Klimatisierung, Kühlung, Beleuchtung als Dauerlast
  • Hotels, Pflegeheime, Krankenhäuser — 24/7-Betrieb mit stabilen Lastprofilen
Tipp aus der Praxis: Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Betrieb passt, lohnt sich eine kostenlose Lastgang-Analyse. Wir schauen uns Ihre 15-Minuten-Verbrauchsdaten an und sagen Ihnen in wenigen Tagen verbindlich, was geht und was nicht.

Was passiert nach Ablauf der Vertragslaufzeit?

Nach Ende der Laufzeit (typischerweise 15 Jahre) haben Sie drei Optionen:

  1. Kauf der Anlage zum vereinbarten Restwert — danach gehört Ihnen die Anlage und Sie produzieren Strom zu Selbstkosten.
  2. Verlängerung des PPA-Vertrags zu neu verhandelten, in der Regel deutlich niedrigeren Konditionen.
  3. Abbau der Anlage auf unsere Kosten — ohne Verpflichtung für Sie.

Warum jetzt? Vier Gründe für den Einstieg 2026

1. PPA-Preise sind 2025 attraktiver geworden

Modulpreise haben sich in den letzten zwei Jahren fast halbiert. Das bedeutet: Wir können günstigere PPA-Preise anbieten als noch vor zwei Jahren. Aktuell liegen typische Onsite-PPA-Preise bei 16–20 ct/kWh — verglichen mit Netzstrompreisen von 28+ ct/kWh.

2. Strompreisrisiko ist real

Die Energiekrise 2022 hat gezeigt, wie schnell sich Strompreise vervielfachen können. Wer damals einen langfristigen PPA-Vertrag hatte, zahlte weiterhin stabile Preise — während andere Unternehmen ihre Margen brennen sahen. Ein PPA ist auch eine Versicherung gegen zukünftige Preisschocks.

3. ESG- und CSRD-Anforderungen werden härter

Seit 2024 müssen Großunternehmen verpflichtend nach CSRD über ihre Nachhaltigkeit berichten — ab 2026 weiten sich die Pflichten auf mittlere Unternehmen aus. Ein Onsite-PPA liefert physischen Grünstrom, der für Scope-2-Reporting unbestritten anerkannt wird. Glaubwürdiger als jedes Herkunftsnachweis-Zertifikat.

4. EEG-Umlage ist Geschichte

Seit Juli 2022 entfällt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch. Damit ist Onsite-PV-Strom wirtschaftlich noch attraktiver geworden — ein Bürokratie-Brocken weniger.

Was sind die häufigsten Bedenken?

"Bindet mich ein PPA nicht zu lange?"

Ja, die Laufzeiten sind 10–20 Jahre. Aber: Sie sichern sich für diese Zeit einen festen, niedrigen Strompreis und haben planbare Kosten. Das ist betriebswirtschaftlich oft attraktiver als die Marktrisiken beim Netzstrom.

"Was passiert, wenn die Anlage kaputtgeht?"

Wartung, Reparatur, Versicherung und Monitoring liegen vollständig bei uns. Sie zahlen nur für tatsächlich gelieferten Strom. Fällt die Anlage aus, beziehen Sie in der Zeit Netzstrom — ohne Mehrkosten gegenüber heute.

"Was, wenn ich verkaufe oder umziehe?"

In den allermeisten PPA-Verträgen gibt es Sonderkündigungsrechte oder eine Übertragungsregelung. Wir sprechen das individuell in jedem Vertrag durch. Praxisrelevant: Eine bestehende PV-Anlage erhöht meist sogar den Immobilienwert.

Fazit: Wann sollten Sie sich näher mit Onsite-PPA beschäftigen?

Wenn Sie ein Unternehmen mit über 100.000 kWh Jahresverbrauch und einer geeigneten Dachfläche führen, sollte das Onsite-PPA-Modell auf Ihrer Agenda stehen. Die Konditionen sind aktuell so gut wie selten — und mit jedem Monat, in dem Sie weiter den vollen Netzstrompreis zahlen, verlieren Sie Geld, das Sie nicht zurückbekommen.

Der einfachste Einstieg ist ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns Ihre Verbrauchsdaten und Ihr Dach an und sagen Ihnen verbindlich, ob und wie sich ein Onsite-PPA für Sie rechnet. Innerhalb von 5 Werktagen.

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