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Ratgeber 08. Mai 2026 9 Min. Lesezeit

So planen Sie Ihre PV-Anlage — Schritt für Schritt.

Eine PV-Anlage ist eine Investition für 25+ Jahre — die Planung sollte entsprechend sorgfältig sein. Wir führen Sie durch alle 7 Schritte: von der Verbrauchsanalyse über die Dach-Bewertung bis zur fertigen Anlage. Mit konkreten Zahlen, Faustregeln und Praxistipps.

Schritt 1: Verbrauchsanalyse — was brauchen Sie wirklich?

Bevor irgendjemand Module zählt oder Dachflächen ausmisst, sollte eine ehrliche Analyse Ihres Stromverbrauchs am Anfang stehen. Schauen Sie sich Ihre Stromrechnungen der letzten 2–3 Jahre an. Der durchschnittliche Jahresverbrauch ist die wichtigste Basiszahl.

  • 1-Personen-Haushalt: typisch 1.500–2.000 kWh/Jahr
  • 2-Personen-Haushalt: typisch 2.500–3.500 kWh/Jahr
  • 4-Personen-Haushalt: typisch 4.000–5.500 kWh/Jahr
  • + Wärmepumpe: zusätzlich 3.000–6.000 kWh/Jahr je nach Haus
  • + E-Auto (15.000 km/Jahr): zusätzlich ca. 2.500 kWh/Jahr

Auch wichtig: Wann verbrauchen Sie den Strom? Tagsüber (Homeoffice, Wärmepumpe, Klimaanlage)? Oder hauptsächlich morgens/abends? Diese Verteilung entscheidet, ob ein Speicher sinnvoll ist und wie groß die Anlage sein sollte.

Schritt 2: Dach-Check — was geht überhaupt?

Nicht jedes Dach eignet sich gleich gut. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

  • Ausrichtung: Süden ist optimal (100 % Ertrag), Ost-/West-Dächer liefern 80–90 %, reine Nord-Dächer mit über 30° Neigung sind unwirtschaftlich. Ein Ost-West-Splitting bringt eine bessere Tagesverteilung
  • Dachneigung: Ideal sind 30–40°. Flach- und Steildächer (über 50°) bringen 10–15 % weniger Ertrag
  • Verschattung: Bäume, Kamine, Gauben — alles, was Schatten wirft, mindert den Ertrag deutlich. Moderne Optimierer können helfen
  • Dachzustand: Ist das Dach in 5–10 Jahren noch in Ordnung? Falls nicht, sollten Sie die Sanierung vor der PV-Montage prüfen
  • Statik: Solarmodule wiegen ~15 kg/m² — bei alten Dachstühlen kann eine Statik-Prüfung nötig sein

Wir kommen kostenfrei vor Ort, machen eine Drohnenaufnahme, prüfen die Statik nach DIN und schätzen den Ertrag mit Simulationssoftware.

Schritt 3: Anlagengröße bestimmen

Die richtige Größe ist kein Schätzwert — sie wird berechnet:

  • Faustregel: 1 kWp deckt etwa 1.000 kWh Jahresertrag in Bayern
  • Standardansatz: Jahresverbrauch ÷ 1.000 = empfohlene kWp
  • Beispiel: 5.000 kWh Verbrauch → 5 kWp Mindestgröße, 8–10 kWp sinnvoll wenn das Dach es hergibt
  • Großzügig dimensionieren: Mit Wärmepumpe oder E-Auto im Plan sollten Sie 10–15 kWp einplanen
  • 30-kWp-Grenze: Bis 30 kWp gelten alle steuerlichen Vorteile (0 % MwSt., einkommensteuerfrei). Darüber wird es bürokratisch

Wichtig: Mehr ist nicht immer besser. Eine zu große Anlage produziert viel Überschuss, der zu nur 7,9 ct/kWh eingespeist wird — dann ist die Amortisation schlechter als bei einer optimal dimensionierten Anlage.

Schritt 4: Komponenten wählen

Was steckt eigentlich in einer PV-Anlage? Die wichtigsten Bausteine:

  • Solarmodule: Wir bevorzugen Heckert und Aiko — hohe Effizienz (über 22 %), 30 Jahre Leistungsgarantie
  • Wechselrichter: Das Herzstück. RCT Power als Hybrid-Wechselrichter ist unsere erste Wahl, da Speicher und PV nahtlos integriert sind
  • Speicher (optional): Lithium-Ionen-Speicher mit 5–15 kWh nutzbarer Kapazität. Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch
  • Unterkonstruktion: Korrosionsfeste Aluminiumschienen, witterungsfeste Befestigungssysteme
  • Smart-Meter: Sinnvoll für Visualisierung und PV-Überschussladen
  • Energie-Management-System: Optional, aber sinnvoll bei mehreren Verbrauchern

Schritt 5: Bürokratie — wer kümmert sich um was?

Die Liste der Behörden und Anmeldungen klingt erstmal abschreckend — wir übernehmen das komplette Bürokratie-Paket:

  • Netzanmeldung beim Netzbetreiber (Bayernwerk, Stadtwerke etc.) vor Beginn der Installation
  • Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur — Pflicht innerhalb eines Monats
  • EEG-Meldung für die Einspeisevergütung
  • Versicherung anpassen — meist über die Wohngebäudeversicherung möglich
  • Inbetriebnahmeprotokoll nach VDE-AR-N 4105
  • Förderanträge — KfW, regionale Programme

Wichtig: Förderanträge müssen vor Auftragsvergabe gestellt werden! Wir koordinieren das so, dass nichts schiefgeht.

Schritt 6: Montage und Inbetriebnahme

Eine typische 10-kWp-Anlage wird in 1–2 Tagen montiert. Der Ablauf:

  • Tag 1 (Dach): Unterkonstruktion, Modulinstallation, DC-Verkabelung
  • Tag 2 (Elektro): Wechselrichter-Installation, Speicher (falls vorhanden), AC-Anschluss, Inbetriebnahme
  • Inbetriebnahme: Sicherheitstests, Konfiguration der Smart-Funktionen, Übergabe
  • Einweisung: Sie bekommen alle Apps installiert und werden in die Bedienung eingewiesen

Bei größeren Anlagen (über 30 kWp) dauert die Montage entsprechend länger — meist 3–7 Tage. Bei Großgewerbeprojekten auch mehrere Wochen.

Schritt 7: Wartung und Betrieb

Eine PV-Anlage ist sehr wartungsarm. Trotzdem sollten Sie:

  • Alle 2–3 Jahre eine Sichtprüfung durchführen lassen — Module, Kabel, Befestigung
  • Wechselrichter überwachen — moderne Geräte melden Probleme per App
  • Jährliche Reinigung ist meist nicht nötig (Regen reinigt). Ausnahme: Anlagen unter starkem Laubabwurf oder in Industriegebieten
  • Bei Speichern alle 10–15 Jahre mit einem Tausch rechnen — die Batteriezellen sind das Verschleißteil
Tipp: Schließen Sie einen Wartungsvertrag ab. Bei uns bekommen Sie alle 2 Jahre eine professionelle Anlagencheck-Visite — inklusive Drohnenflug mit Thermographie zur Modul-Diagnose. So erkennen Sie Probleme bevor sie zu Ertragsverlusten führen.

Häufige Planungsfehler vermeiden

  • Anlage zu klein dimensionieren: Eine 5-kWp-Anlage kostet kaum weniger als eine 8-kWp-Anlage — der Mehrertrag macht den Unterschied
  • Speicher zu groß planen: Mehr Speicher heißt nicht mehr Ersparnis. Faustregel beachten
  • Auf Billigkomponenten setzen: Ein Wechselrichter, der nach 8 Jahren ausfällt, kostet mehr als der teurere Premium-Hersteller
  • Auf Mietmodelle reinfallen: Klingt verlockend, ist aber über 20 Jahre meist 10.000+ € teurer als ein Eigentumskauf — und 0 % MwSt. greift nicht
  • Förderanträge erst nach Bestellung: Wird abgelehnt. Immer vor Auftragsvergabe
  • Verschattung ignorieren: Selbst kleine Schatten können große Ertragsverluste verursachen — Optimierer einplanen

Fazit: Eine gute Planung ist die halbe Anlage

Die meisten Probleme mit PV-Anlagen entstehen in der Planungsphase — falsche Größe, falsche Komponenten, vergessene Förderungen. Mit einem erfahrenen Fachbetrieb an der Seite sparen Sie sich diese Risiken.

Bei uns durchläuft jedes Projekt diese 7 Schritte — strukturiert und transparent. Sie wissen jederzeit, wo Sie stehen und was als nächstes kommt.

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